Zusatzqualifikation in der Tierzahnheilkunde erfolgreich abgeschlossen

26. Oktober 2026

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26. Oktober 2026

 

Hund trinkt viel: Ursachen, Symptome und wann Sie zum Tierarzt sollten

Wenn ein Hund mehr trinkt als gewohnt, fällt das vielen Halterinnen und Haltern zunächst vielleicht gar nicht auf. Besonders an warmen Tagen, nach viel Bewegung oder bei einer Futterumstellung kann ein erhöhter Wasserbedarf völlig normal sein. Hält der gesteigerte Durst (Polydipsie) jedoch an oder kommt gleichzeitig häufigeres Urinieren (Polyurie) hinzu, kann dies ein Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein, und sollte daher nicht ignoriert werden.

 

Wie viel trinkt ein Hund normalerweise?

Wie viel Wasser ein Hund täglich benötigt, hängt unter anderem von seiner Größe, seinem Gewicht, der Ernährung, der Aktivität und der Außentemperatur ab.
Als grobe Orientierung gilt: Ein gesunder Hund benötigt etwa 40 bis 100 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei einem 20 Kilogramm schweren Hund wären das beispielsweise ungefähr 1,2 bis 2 Liter täglich.

 

Ab wann trinkt ein Hund zu viel?

Von einer krankhaft gesteigerten Wasseraufnahme spricht man häufig ab einer Menge von etwa 100 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden.

Dieser Wert dient allerdings nur als Orientierung. Auch unterhalb dieser Grenze kann eine auffällige Veränderung des Trinkverhaltens medizinisch relevant sein. Insbesondere, wenn Ihr Hund früher deutlich weniger getrunken hat oder weitere Symptome zeigt.

Wenn Sie unsicher sind, können Sie die Trinkmenge Ihres Hundes einmal über 24 Stunden beobachten und dokumentieren. Das kann auch für die tierärztliche Untersuchung hilfreich sein.

 

Polyurie/Polydipsie – was kann dahinterstecken?

Mögliche Ursachen sind unter anderem:

Nierenerkrankungen

Die Nieren sind unter anderem für die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes verantwortlich. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion kann die Fähigkeit der Nieren, den Urin zu konzentrieren, nachlassen.
Betroffene setzen dadurch größere Mengen Urin ab und trinken vermehrt. Je nach Ursache können zusätzliche Symptome wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder ein verändertes Allgemeinbefinden auftreten.

 

Diabetes mellitus

Auch Diabetes mellitus kann dazu führen, dass ein Hund deutlich mehr trinkt und uriniert.

Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel wird Glukose über den Urin ausgeschieden, wodurch osmotisch bedingt mehr Wasser ausgeschieden wird und es zu vermehrtem Harnabsatz und gesteigertem Durst kommen kann.

 

Cushing-Syndrom = Hyperadrenokortizismus

Beim Cushing-Syndrom kommt er zu einer übermäßigen Cortisol Produktion. Polyurie/Polydipsie gehören zu den typischen Symptomen.
Weitere Hinweise können gesteigerter Appetit, vermehrtes Hecheln, ein vergrößerter Bauchumfang, Muskelschwäche sowie Veränderungen von Haut und Fell sein.

 

Gebärmutterentzündung (Pyometra)

Bei unkastrierten Hündinnen kann eine Gebärmutterentzündung ebenfalls mit starkem Durst und vermehrtem Urinieren einhergehen.
Zusätzliche Symptome können Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder auffälliger Vaginal Ausfluss sein.

 

Medikamente

Bestimmte Medikamente können dazu führen, dass Hunde vorübergehend mehr trinken und urinieren. Dazu gehören beispielsweise Kortisonpräparate und bestimmte entwässernde Medikamente.
Wenn Ihr Hund nach Beginn einer neuen Behandlung deutlich mehr trinkt, sollten Sie dies bei der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt ansprechen.

 

Warum trinkt mein Hund plötzlich so viel?

Nicht jedes vermehrte Trinken bedeutet automatisch, dass Ihr Hund krank ist.
Ein erhöhter Wasserbedarf kann beispielsweise ganz natürliche Gründe haben:


• hohe Temperaturen
• besonders viel Bewegung
• starkes Hecheln
• sehr salziges Futter
• überwiegende Fütterung mit Trockenfutter
• Fieber oder Flüssigkeitsverlust
• bestimmte Medikamente

Entscheidend ist deshalb, wie stark und wie lange sich das Trinkverhalten verändert und ob weitere Symptome hinzukommen.

 

Welche Untersuchungen sind beim Tierarzt sinnvoll?

Wenn Ihr Hund über einen längeren Zeitraum deutlich mehr trinkt, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.


Zunächst wird die Tierärztin oder der Tierarzt Ihren Hund gründlich untersuchen und sich unter anderem nach folgenden Punkten erkundigen:


• Seit wann trinkt Ihr Hund mehr?
• Wie viel trinkt er ungefähr pro Tag?
• Uriniert er häufiger oder größere Mengen?
• Hat sich sein Appetit verändert?
• Hat er Gewicht verloren oder zugenommen?
• Wirkt er müder als sonst?
• Welche Medikamente bekommt er?
• Ist Ihre Hündin kastriert oder unkastriert?

Je nach Verdacht werden anschließend Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt. In bestimmten Fällen sind zusätzliche Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen oder spezielle endokrinologische Tests sinnvoll. Die Kombination aus Krankengeschichte, klinischer Untersuchung und Laborbefunden hilft dabei, die Ursache des gesteigerten Trinkens einzugrenzen.

 

Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?

Wenn Ihr Hund über mehrere Tage deutlich mehr trinkt als gewöhnlich, sollten Sie dies tierärztlich abklären lassen.

Schneller gehandelt werden sollte, wenn zusätzlich weitere Symptome auftreten, zum Beispiel:

• Schwäche
• Erbrechen oder Durchfall
• deutlicher Gewichtsverlust
• Appetitlosigkeit
• Fieber
• Bauchschmerzen oder ein aufgeblähter Bauch
• Schwierigkeiten beim Urinieren
• starke Unruhe oder ungewöhnliches Verhalten
• bei einer unkastrierten Hündin Vaginal Ausfluss

Bei einem akut deutlich verschlechterten Allgemeinzustand sollte nicht abgewartet, sondern umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.


Was können Sie zu Hause beobachten?

Wenn Ihnen auffällt, dass Ihr Hund mehr trinkt, kann es hilfreich sein, die Veränderungen zunächst möglichst genau zu beobachten.

Notieren Sie beispielsweise:

• Wie viel trinkt Ihr Hund innerhalb von 24 Stunden?
• Wie häufig und wie viel uriniert er?
• Hat sich sein Appetit verändert?
• Wirkt er müder oder anders als sonst?
• Hat sich sein Gewicht verändert?

Auch eine Liste der Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel kann für die tierärztliche Untersuchung hilfreich sein.


Wichtig: Das Wasser sollte Ihrem Hund nicht einfach entzogen werden, nur weil er ungewöhnlich viel trinkt. Die erhöhte Wasseraufnahme kann ein notwendiger Ausgleich für einen krankhaften Flüssigkeitsverlust sein.


Fazit: Hund trinkt viel – lieber einmal genauer hinschauen

Wenn ein Hund an einem heißen Tag oder nach ausgiebiger Bewegung mehr trinkt, ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Trinkt Ihr Hund jedoch plötzlich und dauerhaft deutlich mehr als gewohnt, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Hinter einem gesteigerten Durst können sowohl harmlose Veränderungen als auch ernsthafte Erkrankungen stecken.

Eine frühzeitige tierärztliche Untersuchung kann dabei helfen, die Ursache möglichst schnell zu erkennen und eine passende Behandlung einzuleiten. Wenn Ihr Hund deutlich mehr trinkt als sonst und Sie sich unsicher sind, sprechen Sie am besten mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.

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