Studentische Kliniktage im Vet Zentrum Köln

27. Mai 2026

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Zeckenschutz, Ektoparasiten und Wurmprophylaxe beim Hund – besonders wichtig vor Reisen ins Ausland

Mit steigenden Temperaturen beginnt nicht nur die Reisezeit, auch Parasiten wie Zecken, Flöhe, Milben, Mücken und Würmer werden jetzt wieder deutlich aktiver. Für Hunde bedeutet das ein erhöhtes Risiko, besonders bei Ausflügen ins Grüne oder Reisen ins Ausland.

Zeckenschutz: Warum er so wichtig ist

Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen und sind mittlerweile fast ganzjährig aktiv, besonders jedoch im Frühjahr, Sommer und Herbst.

Zu den möglichen Erkrankungen gehören unter anderem:

  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Babesiose
  • Ehrlichiose

Besonders nach Spaziergängen durch Wälder, Wiesen oder hohes Gras sollte Ihr Hund gründlich abgesucht werden. Zum Schutz stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Spot-on Präparate
  • Tabletten
  • Halsbänder
  • Sprays

Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Tier, Lebensstil und möglichen Reisen ab.

Ektoparasiten im Ausland: Oft unterschätzt

Wer mit seinem Hund ins Ausland reist, sollte sich frühzeitig über den passenden Parasitenschutz informieren. Je nach Reiseland und Region können unterschiedliche Parasiten und Infektionskrankheiten eine Rolle spielen.

Dazu gehören:

  • Sandmücken
  • Stechmücken
  • Zecken
  • Herzwürmer
  • Leishmaniose
  • Babesiose
  • Ehrlichiose

Besonders bei Reisen nach Südeuropa, etwa nach Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien, Portugal oder Frankreich besteht ein erhöhtes Risiko.

Wichtig: Einige Schutzmaßnahmen müssen bereits mehrere Wochen vor Reiseantritt begonnen werden, planen Sie den Tierarzttermin daher frühzeitig ein.

Wurmbefall: Grundsätzlich kann jeder Hund betroffen sein

Jeder Hund kann sich mit Würmern infizieren und das passiert häufiger, als viele Tierhalter vermuten.

Mögliche Infektionsquellen:

  • Schnüffeln oder Aufnehmen von Kot anderer Hunde
  • Fressen von Nagetieren
  • Kontakt mit Schnecken
  • Aufnahme von Aas
  • Ablecken des Fells nach dem Wälzen
  • BARF bzw. Rohfleischfütterung

Diese Fragen helfen bei der individuellen Einschätzung

Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt berücksichtigt unter anderem:

  • Hat Ihr Hund Freilauf?
  • Frisst er draußen Kot, Schnecken, Nagetiere oder Aas?
  • Wird gebarft?
  • Ist eine Reise geplant?
  • Hat der Hund engen Kontakt zu Babys oder immungeschwächten Personen?
  • Ist die Hündin trächtig?
  • Handelt es sich um einen Welpen?

Besonderheiten bei Welpen

Welpen haben ein besonders hohes Risiko für Spulwürmer. Ist die Mutter infiziert, können Welpen bereits im Mutterleib oder später über die Muttermilch angesteckt werden.

Deshalb gilt:

  • erste Entwurmung ab der 2. Lebenswoche
  • anschließend alle 2 Wochen
  • bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilchaufnahme

Auch säugende Hündinnen sollten gleichzeitig behandelt werden.

Kann man Würmer durch eine Kotuntersuchung feststellen?

Ja – allerdings gibt es Einschränkungen.

Wurmeier werden nicht immer regelmäßig ausgeschieden. Deshalb kann ein negativer Kotbefund trotz Infektion vorkommen.

Gründe:

  • unregelmäßige Ausscheidung
  • noch unreife Würmer
  • schwer nachweisbare Bandwürmer

Teilweise werden daher Sammelkotproben über mehrere Tage empfohlen.

Wie lange wirkt eine Wurmkur?

Wurmkuren wirken nur kurz, meist etwa 1 bis 3 Tage. Sie bieten keinen dauerhaften Schutz vor einer erneuten Infektion.

Das bedeutet: Nach einer erfolgreichen Entwurmung kann sich ein Hund theoretisch direkt erneut infizieren.

Deshalb ist ein individueller Entwurmungsplan so wichtig.

Vorsicht bei Hausmitteln

Immer wieder kursieren vermeintliche Alternativen wie:

  • Kokosöl
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Teebaumöl
  • Bernsteinketten

Für diese Methoden gibt es keine wissenschaftlich belegte Schutzwirkung. Einige davon, etwa Zwiebeln oder Teebaumöl können für Hunde sogar gesundheitsschädlich sein.


Verlassen Sie sich deshalb auf zugelassene Präparate und eine individuelle tierärztliche Beratung.

Unser Tipp vor dem Urlaub

Wenn Sie mit Ihrem Hund verreisen möchten:

  • Reiseziel frühzeitig prüfen
  • Parasitenrisiken beachten
  • Schutzmaßnahmen rechtzeitig starten
  • Entwurmung überprüfen
  • Auslandserkrankungen berücksichtigen

 

Lassen Sie sich rechtzeitig beraten, idealerweise mehrere Wochen vor Reiseantritt. So können notwendige Schutzmaßnahmen rechtzeitig gestartet und Ihr Hund optimal vorbereitet werden.